Yoga & autogenes Training

Autogenes Training wurde in den 20er Jahren von dem Mediziner Prof. J.H. Schultz entwickelt. Er war Dermatologe, Neurologe und Psychiater. Schultz hatte im 1.Weltkrieg als Lazarettarzt Erfahrung in der Suggestionstherapie gemacht. Das autogene Training entwickelte er auf Basis der Hypnose.

Besonders bei Patienten mit psychosomatischen Beschwerden erzielte er mit Hypnose große Erfolge. Der Erfolg war jedoch meist von kurzer Dauer, da die Wirkung an die praktische Anwendung des Therapeuten gebunden war. Sein Ziel war es, eine Methode zu entwickeln, die die Patienten auch zu Hause anwenden können.

Hierbei nahm er Teile aus dem Raja-Yoga zu Hilfe, bei deren Ausübung versucht wird mittels geistiger Übungen Kontrolle über den Geist zu bekommen. Er nahm Anteile aus dieser Praxis und verband sie mit den Erfahrungen der Selbsthypnose und entwickelte daraus das autogene Training. Diese leicht anzuwendende Methode, die er ca. 1910 entwickelte war insofern eine Revolution, da den Patienten die Verantwortung für die Heilmethode selbst übergeben wurde. Es war wohl eine der wenigen „Hilfen zur Selbsthilfe“ dieser Zeit, die den Patienten mitgegeben werden konnte. Zudem wurde im Gegensatz zu den klassischen Individualbehandlungen diese Methode auch in Gruppen angewendet.


Durch die Suggestionsmethode wird ein hypnoseähnlicher Zustand erreicht und das Bewusstsein wird abgesenkt. Die Konzentration wird auf verschiedene Körperteile gelenkt. Die Muskulatur entspannt, die Konzentration wird gesteigert und die Verteilung des Blutes erfolgt gleichmäßig. Die Reflextätigkeit wird vermindert, die Atemfrequenz nimmt ab.

Einfache gesprochene Formeln bewirken eine Tiefenentspannung des gesamten Organismus. Die Formel z.B. „dein Arm wird schwer“ führt nach entsprechender Vorbereitung zu einer Entspannung der Muskeln. Mit der Vorstellung kann eine körperliche Auswirkung erzielt werden. Das Nervensystem wird beeinflusst.

Die Anwendungsmöglichkeiten von AT sind sehr vielseitig. Alle Arten von psychosomatischen Beschwerden können sich verbessern. Es hilft bei Schlafstörungen, Prüfungsangst, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und bei Verspannungen. Es wird auch zur Rauchentwöhnung angewendet, da die formelhafte Vorsatzbildung eine Veränderung des Verhaltens und alter Gewohnheiten bewirken kann. Die Konzentration auf bestimmte Körperteile kann auch bei der Therapie von Schmerzpatienten helfen. Bestimmte Krankheiten sollten mit autogenem Training nicht behandelt werden. Hierzu gehören Depressionen, Epilepsie, niedriger Blutdruck, Schizophrenie, Psychosen. Bei diesen Patienten kann die progressive Muskelentspannung geeigneter sein, da hierbei nicht suggestiv beeinflusst wird. In jedem Falle sollte im Zweifelsfall ein Arzt konsultiert werden. Autogenes Training wird auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt. Die meisten Krankenkassen unterstützen PRM im Rahmen der Gesundheitsprophylaxe.

Zur Praxis:

  • Nehmen Sie eine bequeme Haltung im Liegen oder im Sitzen ein. (Bequeme Kleidung und eine Decke schützen vor Kühle.)
  • Sprechen sie innerlich langsam die Formeln:
    (z.B. 6×
    Ich bin ganz ruhig, ich bin ganz entspannt
    Mein rechter Arm ist ganz schwer
    Mein Atem ist ganz ruhig
    Mein Herz schlägt ganz ruhig und regelmäßig
    Mein Kopf ist frei und klar, meine Stirn ist kühl
    )
  • Bringen sie anschließend wieder Spannung in Ihren Körper und bewegen Sie sich.
  • Der gesamte Ablauf dauert ca. 30 Minuten