Den Geist beruhigen / Meditation & Yoga

Um den Geist zu verstehen ist es wichtig, sich klar zu machen, dass er sich nicht mit mehreren Dingen gleichzeitig beschäftigen kann. Er springt von einem Objekt zum nächsten und kann mit großer Geschwindigkeit von den unterschiedlichen Sinnen (Hören, Sehen, Riechen) Reize wahrnehmen. Dies geschieht jedoch meist außerhalb unseres Bewusstseins. Nur wenn wir vollkommen konzentriert sind auf eine Sache, nehmen wir keine anderen Dinge mehr wahr.

In solchen Situationen ist die Energie des Geistes gebündelt. Der Geist arbeitet im Entspannungszustand immer am besten. Man nimmt in solchen Situationen nicht wahr, wie die Zeit vergeht, oder was im Umfeld passiert. Leider ist es nur recht schwer, den Geist zur Ruhe zu bringen. Da wir oft versuchen mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, werden wir unkonzentriert, und die Energie zerstreut.

Ein Versuch, diesen Zustand symbolisch zu beschreiben, ist die Darstellung eines unruhigen Pferdes, welches immer wieder vom Weg abweicht und der Reiter gewinnt keine Kontrolle. Hilflos sind wir dem Willen des Pferdes ausgesetzt, und deshalb nicht in der Lage, das Ziel zu erreichen.

Ein ruhiger Geist hingegen bietet die Voraussetzung Dinge einfach wahr zu nehmen, ohne sie zu beurteilen, oder zu bewerten. Es ist dann nicht mehr nötig sich über Alles eine Meinung zu bilden, sondern die Dinge werden einfach wahrgenommen, ohne sie zu kommentieren.


Nicht jeder bringt die gleichen Voraussetzungen mit, den Geist zu beruhigen und damit auf Meditation vorzubereiten. Jeder muss für sich die individuellen Hilfsmittel finden, die zu ihm passen. Die Zerstreuung soll aufgehoben werden. Hierzu kann als Hilfsmittel ein Meditationsobjekt genutzt werden. Dies unterstützt dabei die Konzentration zu erreichen, die zur Meditation gebraucht wird. Ein häufig genutztes Hilfsmittel ist die Konzentration auf den Atem. Die Atemzüge werden gezählt und störenden Gedanken werden nur kurz registriert, um sich wieder dem Zählen der Atemzüge hinzu zu wenden. Als Meditationsobjekt können alle Symbole dienen, die individuell hilfreich sind. Es kann ein heiliges Wesen sein, eine Kerze oder auch ein Baum oder ein Apfel. Das Praktizieren von Atemtechniken (Pranajama) ist eine gute Vorbereitung auf die Konzentration. Der Geist wird durch die damit verbundene Reinigung erfrischt, und neue Energie sorgt im Körper und Geist für Klarheit. Erst wenn das Bewusstsein beruhigt ist und nicht mehr „wild hin und her springt“ beeinflusst durch die Reize und Sinneseindrücke aus dem Unterbewusstsein, kann damit begonnen werden auf die Konzentration und Meditation vorzubereiten.

Zur Praxis:

  • Finden Sie einen Platz an dem Sie Ruhe haben
  • Nehmen Sie eine aufrechte Sitzposition ein, in der sie einige Zeit verweilen können
  • Mit Hilfe eines Meditationsobjektes (s.o.), fällt es oft leichter, den Geist zu beruhigen
  • Versuchen sie den Geist zu bündeln und nach innen zu richten
  • Konzentrieren Sie sich auf den Punkt zwischen den Augenbrauen
  • Die Gedanken wandern zunächst und springen hin und her
  • Entspannen Sie sich tief in die Atmung hinein
  • Beobachten sie die Bauchdecke, die sich mit der Atmung hebt und senkt
  • Seien Sie geduldig den Geist vom emotionalen Caos zu befreien
  • Beobachten sie ihre Gedanken, ohne sie zu bewerten, akzeptieren Sie sie als dazu gehörend und lassen sie sie vorüberziehen
  • Entwickeln Sie Mitgefühl für sich selbst bei dem Versuch neue Räume zu erschließen

Versuchen Sie zu Beginn Ihrer Praxis ca. 10 Minuten den Geist zu beruhigen, bevor sie mit den Konzentrationsübungen beginnen.