Konzentration / Meditation & Yoga

Konzentration kann dann beginnen, wenn der Geist mit Hilfe von Asanas und Pranajama beruhigt ist. Um das Bewusstsein auf etwas zu konzentrieren können verschiedene Hilfsmittel angewandt werden. So kann der Yogi sich auf das Bild einer Gottheit konzentrieren, auf ein Mantra, auf Licht, Töne oder Energiezentren (Chakren). Es wird versucht das Bewusstsein nur mit diesem Meditationsobjekt zu füllen.

In der Regel kann man Jahre damit verbringen diese Konzentrationsübungen zu machen und das Bewusstsein zu reinigen. Erst dann setzt die eigentliche Meditation ein. Den Unterschied zwischen Konzentration und Meditation kann man nicht so leicht bestimmen.

Erst wenn die Konzentration längere Zeit gehalten werden kann, geht sie in Meditation über. Die völlige Autonomie des Bewusstseins wird durch verschiedene Konzentrations- und Meditationsstufen erreicht. Meditation beginnt alten Yoga-Schriften zu Folge, wenn die Konzentration zwölf mal zwölf Atemzüge lang auf ein Meditationsobjekt gerichtet werden kann.

Ziel ist es, eine Ablösung von der äußeren Welt zu erfahren und damit Freiheit von allen Bindungen an die Welt und den Wünschen des Ego. Das eigene Denken wird transformiert. Die Spaltung zwischen dem Meditationsobjekt und dem Meditierenden wird aufgelöst. Dies ist die höchste Stufe (Samadhi), auch Versenkung genannt.


Zur Praxis:
Der Lotussitz gilt als Grundposition für Konzentrationsübung und Meditation.
Da die meisten Menschen nicht auf diese Haltung vorbereitet sind, ist es oft sehr schwierig für Ungeübte länger im Lotussitz zu verweilen.
Deshalb ist es angebracht eine Variante des Lotussitz zu wählen, oder sich auf einen Stuhl zu setzten.
Wichtig ist eine bequeme, stabile Sitzhaltung.
Die Wirbelsäule sollte aufgerichtet sein, damit die Energie ungehindert fließen kann. Hinlegen ist nicht ratsam, da die Gefahr einzuschlafen erhöht ist. Die Hände sind im Chin-Mudra (Zeigefinger und Daumen berühren sich) auf den Knien, oder die rechte Hand wird in der gewölbten linken Hand gehalten.

Der Atem sollte bewusst und entspannt fließen. Die Versuchung ist oft groß in vertraute Abwehrmechanismen zu flüchten. Es ist wichtig vor jeder Meditation die Entschlossenheit bewusst zu machen. Es kann ein großer Gewinn im Leben sein, sich auf den gegenwärtigen Augenblick zu konzentrieren und vom alt vertrauten Muster abzuweichen in Tagträume oder Vergangenes zu fliehen. Zur Meditation muss der Geist vollkommen konzentriert sein. Es ist ratsam täglich ca. 30 Minuten zu meditieren. Falls dies nicht möglich ist sollte besser täglich 10 Minuten meditiert werden, statt 60 Minuten einmal in der Woche.