Die Philosophie des Yoga

Die Yoga-Philosophie umspannt ein unendlich weites Feld. Bevor man eine Einsicht bekommen kann muss man einige Begriffe verstanden haben.

Karma bedeutet in seiner einfachsten Form das Gesetz von Ursache und Wirkung, wobei man davon ausgeht, dass eine Tat in einer endlosen Folge eine andere Tat zur Folge hat. Im christliche Ursprung ist bekannt: „Was ihr sät, das erntet ihr“, was in der Bedeutung das gleiche ist. Karma bezieht im Gegensatz zum „Schicksal“ den menschlichen Willen mit ein. Jede menschliche Absicht erzeugt eine eigene Reaktion. Unsere Reaktionen im Leben bestimmen unser Karma. Gutes Karma wird durch kluge Reaktionen erzeugt, während schlechtes Karma durch mangelnde Einsicht entstehen kann. Die aktuellen Lebensumstände sind also das Ergebnis unserer früheren Handlungen. Die Yoga-Praxis kann durch Entwicklung von Ruhe, Stabilität und Klarheit dabei helfen, positives Karma für die Zukunft zu erzeugen. Die Theorie besagt, dass es nicht nur möglich ist schlechtes Karma in gutes Karma umzuwandeln, sondern es ist auch möglich sich vollkommen aus den karmischen Fesseln zu befreien, die uns endlos an den Kreislauf von Geburt und Tod fesseln. Eine unparteiische, universelle Gerechtigkeit hat dem zu Folge die Funktion, dass alles was wir erfahren das Ergebnis früherer Handlungen ist. Karma gestaltet unser Leben, ohne die Begrenzungen von Tod und Geburt, die in diesem Zusammenhang nur als Tore gesehen werden. Wir ernten die Früchte unserer vorherigen Taten und säen die karmischen Samen für zukünftige Leben.

Samsara wird der Kreislauf von Geburt und Tod genannt. Nirvana ist die Befreiung aus Samsara. Die Befreiung ist das Ziel und Yoga kann dabei helfen, in dem es unterstützt die karmische Schulden zu tilgen ohne neue zu verursachen. Um Nirvana zu erreichen müssen wir lernen zu handeln, ohne dabei den persönlichen Gewinn als wichtigsten Aspekt zu sehen. Schaffen wir es ohne eine Spur von persönlicher Anhaftung klar und leidenschaftslos zu handeln, sind wir dem Ziel nahe, eine Wirkung zu erzielen, die frei von Karma ist.

Der Unterschied zwischen Samsara und Nirvana besteht nicht in der Örtlichkeit, sondern im Bewusstsein. Samsara bedeutet einen endlosen Kreislauf von Angst, Gier und Hass, der Leid erzeugt. Nirvana bedeutet dem Leben mit ganzer Aufmerksamkeit zu begegnen in einer Welt von Anmut und Schönheit.

Der Begriff des Ego ist in der Lehre des Yoga nicht existent. Ein selbstständiges, existierendes Ego, einen „innewohnender Besitzer“, der für unsere Handlungen verantwortlich ist, gibt es nicht. Es gibt nur ein „Sein“, entstanden aus Erfahrungen, karmischen Zusammenhängen und Projektionen des Geistes. In dem Moment in dem wir uns von dieser Sichtweise trennen, können wir in die Harmonie des Lebens eintreten und eins mit der Welt werden. Dieser Zustand der Einheit ist Ziel des Yoga. Durch das Üben von Asanas entwickeln wir Körperbewusstsein und werden eins mit den entsprechenden Körperteilen. In der Meditation können wir üben Geist eins eins zu werden..

Ein weiters Ziel ist die Dhyana, oder Versenkung. Wenn eine anstehende Aufgabe mit voller Konzentration von Körper, Geist und Atmung angegangen wird kommt es zur Versenkung und einem damit verbundenen Entzücken, dass uns selbst angehört.
Volle Konzentration auf eine Aufgabe ist Yoga.