Geschichte & Ursprung des Yoga

Der Ursprung des Yoga wird häufig eingebunden in den religiösen Kontext des Hinduismus gesehen. Die Entstehung kann jedoch außerhalb eines religiösen Zusammenhangs gesehen werden. Einige Aspekte sind jedoch in Indien schon recht früh in den hinduistischen Glauben mit eingeflossen und die Gläubigen konnten davon profitieren.

Auch der Buddhismus, der in Indien weit verbreitet ist, wurde vom Yoga beeinflusst. Die Techniken sind an keine bestimmte religiöse Ausrichtung gebunden, sondern die Meditationstechniken sind für alle Glaubensrichtungen gleichermaßen anwendbar.

Der Ursprung des Yoga kann als eine Ansammlung verschiedener Wege betrachtet werden, die sich über 5000 Jahre hinweg entwickelt haben. Im Jahre 1922 wurden archäologische Funde im Industal zu Mohenjo Daro gemacht, die auf Siegeln Götter in Meditationhaltung darstellen. Diese Funde geben einen Hinweis darauf, dass diese Techniken bereits vor 4000 Jahren praktiziert wurden und eine kulturelle Wichtigkeit besaßen.

Der wichtigste Text der gesamten Yoga Literatur findet man in dem ca. 2000 Jahre alten „Yoga Sutra“ (Yoga-Leitfaden) des indischen Weisen Patanjali. Er wird oft als der Vater des Yoga bezeichnet, obwohl von ihm nicht viel mehr als sein Name bekannt ist. In 195 Merksätze definiert er Yoga als ein System den Geist zu beruhigen, sich zu konzentrieren und sich zu sammeln. Er erklärt Yoga als einen ganzheitlichen Übungsweg, der unsere Wahrnehmungsfähigkeit beeinflusst, unser Verständnis von uns selbst verbessert und uns dadurch zu mehr Zufriedenheit im Leben führen kann.


Das regelmäßige Üben mit Körper, Atem und Geist ist hierzu Voraussetzung. Die Yoga-Sutras beschreiben das Wesen des menschlichen Bewusstseins und die Möglichkeiten, die hinter einer Befreiung von Begrenzungen des Bewusstseins stehen und die Fähigkeiten, die dadurch entstehen. Das Yoga-Sutra gilt unter den meisten großen Yogis als Ursprung weitgehend anerkannt. Es ist in vier Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt handelt vom Zustand der Ekstase, der zweite vom Weg, der zu beschreiten ist. Der dritte Abschnitt beschreibt die Kräfte, die erworben werden können und der vierte von der Befreiung, die erreicht werden kann.

Wahrscheinlich zwischen dem 13. und 15 Jahrhundert wurden einige Übungen detailreich gesammelt. Unter dem Titel „Hatha Yoga Pradipika“ fanden sie Verbreitung und wurden von aktiven Yogaübenden praktiziert. Das im Westen verbreitete Hatha-Yoga hat hier seinen Ursprung. Das Wort „Hatha“ bedeutet hierbei Anstrengung und heißt, dass nur mit regelmäßigem Üben die versprochenen Ziele: Gesundheit, Ausrichtung des Geistes, Freiheit von Leid und Einflussnahme auf alle Aspekte des Körpers erreicht werden können.

Traditionell wird der indische Gott Shiva als die Ur-Quelle esoterischen Yoga-Wissens gesehen. Viele Werke beginnen mit der Erklärung, dass Shiva sie seine Gemahlin Parvati mitgeteilt hat. Er wurde von Matsyendra, dem König der Fische belauscht, der später menschliche Gestalt annahm und Begründer des Hatha-Yoga wurde. Als Quelle der Yogalehren wird Krishna gesehen, der einer der populärsten indischen Gottheiten ist.

Es hat sich eine verwirrende Anzahl verschiedener Yoga-Techniken entwickelt, die alle zum Yoga-Prozess dazugehören. Es fanden verschiedene Kombinationen statt, die die unterschiedlichen Yoga-Wege bilden. Yoga, das heute im Westen gelehrt wird spiegelt kaum eine historische Form des Yoga wieder. Dies macht sie jedoch nicht ungültig. Die Möglichkeiten sind weit reichend, auch wenn die letzten Höhen yogischen Erfolgs vermutlich nur durch lange Praxis der traditionellen Wege erreicht werden können.