Was ist Yoga?

Yoga ist eine philosophische Lehre, die ihren Ursprung in Indien hat und verbindet verschiedene Übungen, wie Asanas (Haltung), Pranayama (Atmung), Meditation und Tiefenentspannung. Man kann Yoga als eine Methode sehen, Einheit und somit Ausgleich zwischen bestehenden Dualitäten auf körperlicher und geistiger Ebene zu schaffen. Im Mittelpunkt steht das Bemühen, Körper, Geist und Atem auf harmonische Weise miteinander zu verbinden.

Eine Vereinigung des Körpers als Ganzem mit dem Geist kann zu einer Harmonisierung der konfliktreichen Tendenzen und Energien des Geistes führen. Auf körperlicher Ebene kommt es zu einer Steigerung der Beweglichkeit, Stoffwechsel und Kreislauf werden angeregt und der gesamte Körper wird gekräftigt. Dies bewirkt zudem eine Reinigung des Körpers von Schlacken und Giftstoffen. Hatha-Yoga beeinflusst auch die vegetativen Vorgänge des Organismus. Das vegetative Nervensystem steuert die Vorgänge im Körper, die willentlich nicht beeinflussbar sind. Sympathikus und Parasympathikus sind die zwei Gegenspieler des vegetativen Nervensystems. Jener Teil des Nervensystems steuert über Spannung und Entspannung, Anregung und Beruhigung physiologischer Vorgänge im Körper. Zudem werden psychosomatische Vorgänge in unserem Körper, wie z.B. der Schlaf beeinflusst. Die Tätigkeit des Sympathikus wird erhöht durch Aktivität, Willensanspannung und Stress. Der Parasymathikus wirkt als Gegenspieler beruhigend. Die westliche Lebensweise ist geprägt von einer stärkeren Tätigkeit des Sympathikus. Die Aktivierung des Parasympathikus durch Entspannungstechniken zum Ausgleich ist deshalb für uns so wichtig.

Ansatzpunkt für die Übungen des Yoga sind der Körper, der Atem und der Geist. Die Yoga-Praxis bietet eine gelungene Verbindung dieser drei Ansatzpunkte. Die körperlichen Übungen sollten möglichst mit dem Atem verbunden werden und durch das Trainieren einer bewussten Atmung kann Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, Sauerstoffmangel und Stoffwechselstörungen positiv beeinflusst werden. Die ganzheitliche Sichtweise ist Grundlage der Yoga-Übungen. Yoga wird als ganzheitlicher Übungsweg gesehen, der die Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt, unser Verständnis von uns selbst verbessert und uns im Leben glücklicher und zufriedener machen kann.

In der westlichen Kultur wird Yoga als Oberbegriff für verschiedene philosophische Theorien und damit verbundene Übungssysteme verwendet, die meist aus Indien stammen. Schöpferische Selbstverwirklichung steht bei allen Yoga-Wegen im Vordergrund. Aus einer stark religiös geprägten Sicht entwickelten sich unterschiedliche Yoga-Stile. Die bekannteste Yoga-Methode ist wahrscheinlich Hatha-Yoga. Nachweislich gibt es Texte aus dem 13. – 15. Jahrhundert über Übungen, die in verschiedenen kleinen Schulen und Gruppen praktiziert wurden. In der Praxis besteht Yoga aus der Abfolge verschiedener Haltungen des Körpers (Asanas). Asanas haben eine Wirkungsweise, die den Fluss der Körperenergien beeinflussen können.